Sonntag, 18. September 2022

72. Centomiglia 2022

 Am ersten September-Wochenende fand die Centomiglia auf dem Gardasee mit neuem Format statt. Bisher wurde eine Woche vor der Cento die Gorla Trophy gesegelt, mit Start in Bogliaco, Kurs in den Norden und Ziel wieder in Bogliaco. Die Cento startet traditionellerweise auch in Bogliaco und nach dem Teil in den Norden kamen dazu Wendebojen am südlichen Ende des Sees.

Dieses Jahr wurden die beiden Rennen verschmolzen. So segelten wir am Samstag die Gorla Trophy und am Sonntag die neue Bettoni Trophy mit Start in Bogliaco und Wendebojen in Bardolino und Desenzano. Die Centomiglia Trophy ist dann die Summe beider Rennen. 

Die Windprognosen für den Samstag deuteten leider nicht auf klassische Thermik hin, und so kam es dann auch. Start bei leichtem Nordwind, welcher nach einer kurzen Pause am Mittag durch leichte Südwind Thermik abgelöst worden ist. Den Samstag verbrachten wir hauptsächlich auf der Kreuz. Immer mitten in den grossen Melges 32 und Asso 99. Kurz vor dem Ziel gelang es der Ufo 28 am Ufer entlang an uns vorbei zu kommen und so wurden wir in der Klasse <9m knapp Zweite. Wäre die Ufo uns als Gegner bewusst gewesen, hätten wir sicher besser verteidigt...


Zum Start am Sonntag herrschten dann die klassischen Thermikbedingungen mit 20+ Knoten Wind aus Norden und eine schöne Welle dazu. Einer kurzen Kreuz zu einem Gate folgte eine Speedfahrt den See runter. Wir kamen gut weg und wie zu erwarten war das Chaos am Gate ziemlich gross, in der Wende beim Bojenrunden erwischte uns eine Asso 99 an Ruder und Heck... Sobald wir frei waren, zogen wir den Gennaker und rauschten mit 14-16 Knoten den See runter. Bald zeigte sich, dass wir auf diesem Kurs zu den absolut schnellsten gehörten, vor uns noch der Cat, die beiden fliegenden Jachten Monofoil und QFX und dazu die schnelle Quant 30. Die Psaros 33 konnte unsere Tiefe nicht mitgehen und verlor durch die Halsen. Ein wilder Ritt, den wir noch lange in Erinnerung halten werden. Nach etwa 30' flaute der Wind ab und Richtung Bardolino wechselte die Thermik auf lokale leichte Winde. Wir erwischten den Übergang zwischen den Windsystemen ideal und konnten als viertes Schiff nach dem Cat, der Monofoil und der QFX die Wendemarke in Bardolino runden!

Danach wurde es etwas zäh, erst vor Desenzano baute sich der Wind langsam wieder auf. Bis dahin hatte sich einige Boote an uns vorbeigeschlichen. Unter Gennaker gings dann runter nach Desenzano und dann ab ins Ziel, zuerst Fock, dann Code0 um am Schluss bei schönem Südwind den Gennaker wieder zu ziehen. Diese Segelwechsel waren typisch für das ganze Wochenende. Am Sonntag wechselten wir tatsächlich von der kleinen Fock über die normale Fock zum Code0 - um dazwischen immer mal wieder den Gennaker zu ziehen ;-)

Wir konnten unseren Vorsprung in der Klasse bis zum Schluss halten und gewannen die Bettoni Trophy und in der Summe auch die Centomiglia in unserer Klasse. Der vierte Sieg bei der vierten Teilnahme!

Rangliste Gorla - Rangliste Bettoni - Rangliste Centomiglia


       



Samstag, 9. Juli 2022

2022 - erster Teil

 wir sind aufgrund verschiedener Verpflichtungen spät in die Saison gestartet. 

Die erste Regatta in Immensee gewannen wir dank der richtigen Wahl der Seeseite. Der Nordwind setzte sich unter der Rigi zuerst durch und wir waren da :-) (wobei der Track eher Mitte See zeigt)



Resultat und weitere Bilder (vom YCI)

Die diesjährige Blauband-Regatta gehört dank der aufkommenden Bise zu den Schnelleren in der Geschichte. Kurz vor dem Start in Zug zog die Bise an und führte das Feld bis zum Chiemen. Da drückte der Südwind dagegen und es wurde plötzlich wieder eng an der Spitze. Die Führung wechselte vielfach und die Windlöcher und Dreher waren kaum zu erkennen. Ein Teil des Feldes entschied sich für die windreichere Seite bei Walchwil, wo sie mit Südwind ziemlich schnell richtung Arth unterwegs waren. Einige nutzen die Bisenausläufer um in der Seemitte direkt nach Arth zu fahren. Wir setzten konsequent auf die Westseite, noch näher bei der Rigi. Der Forecast zeigte vor dem Rennen auf, dass da die Bise zuerst und am stärksten sein wird. Und so kam es wieder :-)

Zügig Richtung Arth und dann eine schöne Kreuz bis durch den Chiemen zurück. Für uns perfekte Bedingungen bis ins Ziel! Auch dank dem Ausfall von Heron und Corbo's Versuch über Walchwil zu Segeln konnten wir den Sieg heimfahren. 


vor dem Start - Team vuvuzela verstärkt mit dem 29er Team Näf/Caspari














Resultate und weitere Bilder (vom YCZ)

Der Mittwochabend steht dieses Jahr im Zeichen des Seven o'Clock Race beim YCZ. Wir schafften es leider nur etwa jeden zweiten Mittwoch an den Start. Einige Impressionen von Jonas und die laufende Rangliste











Donnerstag, 17. Juni 2021

Bol d'Or oder wo bleibt die Bise

 Die Vorfreude in den Tage von dem Start war gross, alle Prognosen deuteten auf Bise und damit ein schnelles Rennen hin. Je näher der Start rückte, desto weniger wollten sich die Prognosen an die versprochene Bise erinnern. Und so kam es, dass die Bise am Freitagabend endete und erst am Sonntag so richtig schön zurück kam. Uns blieb ein Samstag mit Sonne und kaum Wind. 

Einwassern und bereitmachen am Freitag war sehr entspannt, der neue Kran hat den Druck beim Einwassern deutlich entspannt. Wir fuhren ab der Autobahn quasi direkt unter den alten Kran und schon war die Vuvuzela im Wasser. Mast stellen und Hafenplatz zugeteilt bekommen, danach einrichten des Bootes, Sandwiches streichen und den lauen Sommerabend am See geniessen. 

Der Samstag war eine echte Geduldsprobe, nach dem Start ging es bei leichten Winden den Petit Lac hinauf. Wir hielten uns ans Schweizer Ufer um dann die Seite zu wechseln und bei Yvoire unser Glück im See draussen zu suchen. Es war viel Geduld gefragt. Von Lausanne her setzte dann am späteren Nachmittag der Nordwind ein und zog Richtung Bouveret. Da wir zu lange zu nahe auf der Französischen Seite waren, überholten uns einige Boote draussen oder zogen weg. Wir schafften den Absprung grad noch knapp und konnten unter Gennaker den Sonnenuntergang geniessen. 

Für den Rückweg waren wir uns einig, dass die Schweizerseite zu wählen ist und so hielten wir uns Richtung Lausanne. Vor Lausanne zog der Wind aus Norden an, blieb aber unkonstant und böig. Weiter westlich erwischten wir dann die "Bise" und wir zogen unter Gennaker mit bis zu 12 Knoten Speed durch die sternenklare Nacht Richtung Petit Lac. Diese 4.5 Stunden werden in Erinnerung bleiben!

Im Petit Lac nahmen wir den Wind in der Seemitte mit. Mit der Dämmerung verabschiedete sich der Wind wieder und die letzte zwei Stunden waren nochmals zäh... Das Wendeduell unter Code0 verloren wir auf der Ziellinie gegen die 10m lange Tabasco.

In der Nacht zwischen Bouveret und Genf konnten wir 8 Ränge gutmachen und wurden nur von einem Gegner überholt. Die Nacht scheint uns zu liegen, auch wenn die Tage danach ziemlich anstrengend waren...

Mit 19h 49' 08" kamen wir als 55. Schiff von 426 ins Ziel, ohne die 23 Kats bleibt der 32. Rang bei den Einrümpfer. Gerechnet nach SRS wurden wir 18. von 324 Teilnehmern. In der Klasse TCF1: 9. von 18.

Die ganze Rangliste

... und der neue Code0 Bugsprit hat sich sehr bewährt und nach den vielen Stunden mit dem C0 segeln, wissen wir nun auch, wie er einzusetzen und zu trimmen ist...



ready

vor dem Start

Start

Raum!

Wo genau ist die Linie?

Wo ist das Startschiff?
entspannt im Sonnenuntergang
dem Mond entgegen


Morgendämmerung

Sonntagnachmittag







Dienstag, 8. Juni 2021

Goldschäkel

 Der traditionelle Saisonstart in Immensee fand bei schönem und ruhigem Wetter statt. Wir haben uns alle gefreut, endlich wieder an einer Regatta starten zu können. Das Team vuvuzela hatte diesen Frühling noch wenige gemeinsame Wasserstunden und so kam uns der leichte Wind gelegen. 

vor Eiola

Bis nach Walchwil war die Spitzengruppe mit der Heron, der Esse 750 und uns eng beieinander und erst bei aufkommendem Wind zwischen Walchwil und Arth konnten wir uns leicht absetzen. Im Ziel reichte der Vorsprung erwartungsgemäss nicht um auch berechnet zu brillieren. So blieb uns der Sieg auf dem Wasser und ein vierter Platz in der Rangliste.

Das "Puff" beim Wechsel vom Code 0 auf den Gennaker wird uns in Zukunft dank dem neuen, abnehmbaren Bugsprit hoffentlich erspart bleiben. Dieser wird seine Taufe am kommenden Wochenende an der Bol d`Or auf dem Genfersee feiern.

Code0 Bugsprit


Sonntag, 17. Januar 2021

vuvuzela @virtual Vendée Globe

 die letzten 69 Tage navigierte ich meine virtuelle IMOCA 60 rund um den Globus. 

Mit knapp 500'000 Konkurrenten ging es am 8. November 2020 in Les Sables d'Olonne, bzw. am heimischen PC oder dem Mobile los. Mein Boot bekam vor dem Start das Full Package mit Leichtwind- und Starkwindsegel, dazu ein Code0 und natürlich Foils. Der Funk sollte mich vor Gefahren warnen (leider schlief ich...) und die grösseren Winschen ermöglichten schnellere Manöver. Dazu wurde vor dem Start auch noch der Rumpf poliert ;-).

Die Aufgabe bestand nun darin, den Kurs aufgrund der Wettersituation zu bestimmen und den Globus so schnell wie möglich zu umrunden. Dabei durfte das definierte Eislimit im Süden nicht überschritten werden, falls das geschah, wurde die Bootsgeschwindigkeit auf ein 1/6 der normalen Geschwindigkeit gebremst. 

Das Routingprogramm von http://zezo.org/, die Polardaten von http://toxcct.free.fr/polars/ und das Wetter auf Windy: Wind map & weather forecast waren meine Hilfsmittel auf dieser Reise.

Los gehts!

9. November - Kurz nach dem Start wurde mir die französische Segelprominenz angezeigt, welche ich dann auch auswählte und als Referenz verfolgte (zukünftige grüne Punkte)

15. November - nach dem Rekordtief Theta

19. November - Äquatortaufe

24. November - zurückgefallen...

30. November - in den Roaring Forties

5. Dezember - nach einem Taucher für mehrere Stunden unter das Eislimit bin ich nun wieder an der Spitze dran

Mitte Dezember - Fehlentscheid: direkt durch das Sturmtief segeln ist nicht schnell, auch wenn es auf den erste Blick einen Top Rang anzeigt. Hier habe ich den Anschluss an die Spitze wieder verloren...

24. Dezember - Kap Horn

28. Dezember - Schlafen vor dem Computer, diese Halse muss passen und bringt den Sprung von >12K auf unter 10K

6. Januar - Zurück auf der Nordhalbkugel

12. Januar - die letzte Entscheidung: direkt ins Ziel nach Osten oder nach Norden das Tief holen. Hier teilt sich das Feld ein letztes Mal.

13. Januar - immer nach Norden ohne Blick zurück und nicht auf den Rang...

16. Januar - kurz vor dem Ziel, die Tour in den Norden hat sich gelohnt.

von über 1'000'000 
3h 45'45" Rückstand auf den Sieger

129. Schweizer von über 10'000
1. Zuger von 34

eine spannende, lehrreiche aber auch anstrengende Zeit