Donnerstag, 6. August 2026

50-Meilen Trophy - heisse Stunden auf dem See

 Der Segelklub Stansstad rief zur diesjährigen 50-Meilen Trophy, und die vuvuzela war natürlich am Start – wenn auch nicht ganz in gewohnter Mannschaftsstärke. Jonas fiel uns verletzungsbedingt aus, und so entschieden wir kurzerhand, zu viert anzutreten. Weniger Hände an Bord, dafür mehr Aufgaben pro Kopf – so kennen wir das ja mittlerweile.

Die Windprognose war schon im Vorfeld eher bescheiden: leichtwindig, hiess es. Trotzdem liessen wir uns die Vorfreude nicht nehmen, und der Start bei Sonnenaufgang vor Stansstad entschädigte gleich für vieles – so ein Bild auf dem Vierwaldstättersee vergisst man nicht so schnell.

Bis zur Nas kämpften wir uns mit dem, was der See an leichten Winden hergab, einigermassen vorwärts – offenbar mit Erfolg: An diesem Punkt lagen wir als drittes Schiff im Feld. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten: Die Nas sollte sich als der entscheidende Wertungspunkt herausstellen, denn später wurde die Rangliste aufgrund der stillen Wertung genau an dieser Stelle erstellt. Unser dritter Platz an der Nas war also am Ende mehr wert, als wir in dem Moment ahnten.

Danach frischte es kurz auf und brachte uns quer über den See ans gegenüberliegende Ufer des Gersauer Beckens. Kurzer Moment der Hoffnung – der aber gleich wieder erstickt wurde.

Denn das Gersauer Becken empfing uns danach mit gähnender Windstille. Absolute Flaute. Wir trieben dort stundenlang mit den umliegenden Motorbooten um die Wette. Der Vakaros hielt gnadenlos fest, was Sache war: Durchschnittsgeschwindigkeit 1.46 Knoten. Zum Vergleich: Das schwimmt man fast schneller.

Gegen vier Uhr war für uns Schluss. Vor dem Hafen Fallenbach zogen wir die Reissleine, gaben auf und legten die vuvuzela dort an – praktischerweise ohnehin der Starthafen für den Uristier-Cup, der eine Woche später anstand. Insofern: kein verlorener Weg, sondern eher ein früher Check-in.

Trost gibt's reichlich: Das Ziel erreichte an diesem Tag niemand. Bei diesen Verhältnissen war das Rennen schlicht nicht zu Ende zu segeln – nicht für uns, nicht für sonst irgendwen im Feld. Manchmal gewinnt an solchen Tagen einfach der See – und diesmal hatten wir mit Rang 3 an der Nas sogar noch das Glück auf unserer Seite.

Fazit: Ein Traumstart, ein starker dritter Platz an der entscheidenden Wertungsmarke, eine Ehrenrunde mit den Motorbooten – und ein Boot in Brunnen, ohne Überführungstörn, dafür mit einem geschenkten Segelnachmittag auf dem Urnersee in der Woche vor dem Uristier-Cup.

Rangliste

Abbruch